Nachdem wir „die Guyanas“ gut überstanden hatten, sind wir von der brasilianischen „Grenzstadt“ – „Grenzdorf“ ist treffender; obwohl die überdimensionierte Straßenführung zum einfachen Wechsel von Links- und Rechtsverkehr auf eine größere urbane Siedlung schließen lässt – Bonfim nach Boa Vista gefahren.

Boa Vista ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Roraima und liegt mitten im Nirgendwo 220 Kilometer von der Grenze zu Venezuela entfernt und knapp 800 Kilometer nördlich von Manaus.

Die Stadt ist zwar politisch und administrativ wichtig, aber hat sonst wenig zu bieten.

Umgeben ist die Stadt von Farmland und Dschungel, der leider zu weiterem Farmland umgewandelt wird, um Rinder zu halten.

Wir haben ein gutes Hostel gefunden, wo wir unser Gepäck und unsere Kleidung von dem roten Staub der Guyana-Dschungel-Straße befreit haben.

Unser großes Gepäck haben wir dort gelassen und sind nur mit zwei kleinen Rucksäcken Richtung Venezuela gefahren.

Die Fahrt war recht schnell und bequem in einem „taxi colectivo“ zurückgelegt.

Die beiden anderen Insassen waren zwei Frauen aus Venezuela, die in Boa Vista eingekauft hatten.

Nachdem wir die Stadtgrenze hinter uns gelassen haben, wurde schnell klar, dass die brasilianischen Sicherheitskräfte bezüglich der Situation in Venezuela recht angespannt sind.

Jedenfalls haben die beiden Schützenpanzer mit ihrer „Kanone“ Richtung Nachbarland gezeigt.

Je näher wir der Grenze gekommen sind, desto größer wurde die Zahl der Sicherheitskräfte, die in Motorradpatrouillen unterwegs waren.

Die brasilianische Seite der Grenze ist mit einem Wort beschrieben: chaotisch!

Ein Beamter macht Dienst nach Vorschrift.

Man lässt die Grenze zwar offen, aber man versucht so wenig wie möglich Leute pro Tag abzufertigen.

Ein Sicherheitsmann einer privaten Wachfirma verteilt Nummern, die auf Zettelchen geschrieben sind und der Reihenfolge nach abgearbeitet werden.

Irgendwann hilft uns unsere Kontakfrau aus Venezuela, uns vorzudrängeln. Wir wollen ja schließlich Brasilien verlassen und nicht einreisen, zumindest diesmal nicht.

Auf der anderen Seite der Grenze geht alles ganz schnell.

Die „Migracion“ befindet sich in zwei Containerbüros.

Da gerade Stromausfall war, haben die Computer nicht funktioniert und unsere Daten mit Stift auf einem Block notiert.

An den Stellwänden waren handschriftliche Vermerke zu lesen über Personen denen die Ausreise zu verweigern ist – aus welchem Grund auch immer – oder die Daten von Personen, die mit gefälschten oder manipulierten Pässen versucht haben auszureisen.

Die Listen waren recht lang.

Es herrscht ein kontinuierlicher Strom von Menschen, die die „Linea“ (so der Ausdruck in Venezuela für die Grenze zu Brasilien) erreichen und hinter sich lassen wollen.

Aber was wollen die Menschen in Brasilien.
Ein Land dessen Sprache die meisten nicht beherrschen.
Ein Land das selbst Millionen von Arbeitslosen hat.

Und: Selbst wer Geld hat weiterzureisen ins spanischsprachige Ausland auf dem Kontinent, in den dortigen Ländern ist die wirtschaftliche Lage ebenfalls sehr bescheiden.

Nachdem wir eingestempelt sind, wechseln wir direkt an der Straße – auf dem Schwarzmarkt – Geld.

Ausländische Währung wird mit Handkuss genommen. Für unsere brasilianischen Reais erhalten wir drei extrem dicke Bündel druckfrischer 1000 Bolivar Scheine. Das zählen dauert extrem lange.

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir die 1000er Noten erhalten haben.
Oft gibt es nur 100er Banknotenbündel.

In den Geschäften dauert das Geld zählen oft lange.
Man geht mit Plastiktüten voller Bargeld einkaufen.
Die absurdeste Szene war ein Mann, der Plastiktüten voller Bargeld getragen hat, die so schwer waren, dass er sie kaum heben konnte.

In Zeiten der Inflation wird einem bewusst wie vollkommen dumm und sinnlos es ist Geld hinterher zu laufen und wie idiotisch das Geldsystem an sich ist.
Ein auf Papier gedrucktes Vertrauensverhältnis dem niemand mehr vertraut, dass aber alle haben wollen, weil sie sich „mit“ sicher und „ohne“ unsicher fühlen.

Kranke Welt!

Die Geschäfte und Supermärkte – zumindest im Süden des Landes – sind voller Waren!
Über die Grenze zu Brasilien kommen alle benötigten Lebensmittel ins Land.
Die Sicherheitslage ist vollkommen normal und ruhig.

Wir haben etliche Reisende getroffen, die durch Venezuela gereist sind und keinerlei Probleme hatten – nicht mehr oder weniger als im Rest von Südamerika.
Große Städte sind immer ein „kritischer Faktor“ was die Sicherheitslage angeht.

Die Hauptstadt Caracas ist eine Ausnahme.

Aber das erklärt sich von selbst:
Wer einen Putsch inszeniert oder andersweitig die Regierung stürzen will, versucht das in der Hauptstadt und nicht in der Provinz.

Mit einem Satz: Die in der – speziell westlichen – Presse dargestellte Lage in Venezuela ist einseitig und unausgewogen beschrieben.
Ob dies bewusst geschieht, weil man die Sozialisten um Maduro nicht mag, oder unbewusst, weil man den Nachrichtenagenturen glauben schenkt, anstatt selbst einen Reporter durchs Land reisen zu lassen, sei dahin gestellt.

Auf Grund des – für uns – guten Wechselkurses hat uns eine Nacht in einer Pension nur 2 Euro gekostet, mit heißer Dusche, Wifi (sehr schnelles Internet!) und Fernseher.

Die Preise für Essen und Getränke sind ähnlich niedrig.

Es wird in Venezuela nicht zu einem Militärputsch kommen.
Das Militär ist ein sich bereicherndes „Wirtschaftsunternehmen“ das fest in die ökonomischen und politischen Strukturen eingebettet ist.

Im Süden des Landes machen die Generäle Millionen mit Bodenschätzen und anderem Raubbau.
Die dicken, großen Geländewagen und Immobilien zeigen, dass es große Gewinner gibt, die die instabile Situation im Land für sich auszunutzen wissen.

 

Wir haben eine Trekking-Tour auf den Tafelberg/Inselberg („Tepui“) „Roraima“ geplant.

Ein großer Teil des Südens von Venezuela wird halbautonom verwaltet.

Die dort ansässigen Ethnien kontrollieren die zu Nationalparks erklärten Gebiete.

Man kann die Tafelberge nur mit Genehmigungen und Guide besteigen.
Am nächsten Tag geht es los.

Wir fahren durch die Gran Sabana. Hier gibt es über 115 Tepuis.
Der Ausdruck „Tepui“ stammt aus der Pemon-Sprache und bedeutet so viel wie „Haus/Sitz der Götter“.

Die Tepuis sind durch Erosion entstanden. Vor 2 Milliarden Jahren hat sich ein gigantisches Sandsteinmassiv durch die Landschaft gezogen, zwischen dem heutigen Amazonas-Tiefland und dem Orinoco und der Atlantikküste und dem Rio-Negro.

Der Roraima-Tepui ist 2810 Meter hoch und 15 Kilometer lang.

 

Die Hochfläche (der Gran Sabana), mit ihren weiten und flachen Tälern wird von teilweise 1000 Metern hohen Bergen umschlossen.

Die geologischen Formationen zählen zu den ältesten auf diesem Planeten und waren früher Teil des Urkontinentes Gondwana.

Der erste „Jurassic Park“ Film wurde hier teilweise gedreht.

Irgendwann verlassen wir die gut asphaltierte Straße die weiter nach Norden führen würde und fahren über recht gute und dann recht schlechte Schotterwege den Tafelbergen entgegen.
Irgendwann erreichen wir eine „Indianer-Siedlung“.
Die Häuser sind teilweise aus Lehm und Stroh und teilweise recht gut.
Elektrizität ist vorhanden.
Es gibt sogar einen „Toilettenblock“ mit Dusche, wenn man von der Wanderung zurück kommt.

Wir stärken uns noch einmal, während „das Gepäck“ (hauptsächlich unsere Verpflegung und Zelte) gewogen wird und auf die Träger verteilt wird.
Jeder Träger darf maximal 7 Kilo tragen.
Die „Porter“ verteilen die Waren auf ihre geflochtenen Tragekörbe.
Wir tragen unser Gepäck selbst, inclusive Schlafmatte- und sack.

Guide und Träger sind Indigene.
Unsere „Indianerin“ ist ursprünglich aus Guyana, spricht verschiedene lokale Sprachen und natürlich spanisch und englisch.

Die Indigenen aus dem Grenzgebiet brauchen sich nicht an die Grenzen zu halten und brauchen auch keine Pässe – bzw. können problemlos und passfrei zwischen Guyana, Venezuela und Brasilien pendeln und leben.

Wir laufen auf die Tafelberge zu.
Es geht auf- und ab.
Am Horizont ziehen sich große, schwarze Gewitterwolken zusammen.
Nach einiger Zeit fängt es an zu regnen.
Erst ein wenig, dann immer heftiger.
Wir ziehen unsere Ponchos über und laufen weiter.
Nirgendwo können wir jetzt Unterschutz finden.
Nach einiger Zeit hört es auf zu schütten.

Die Sonne bricht mit ganzer Kraft hervor und wir trocknen wieder.
Nach einigen Stunden erreichen wir unser Nachtlager.
Die Zelte werden aufgebaut und man kocht uns.
Das Essen, dass wir die nächsten Tage serviert bekommen ist abwechslungsreich und gut. Die „Köche“ (unser Guide und die Träger) sind wahre Meister auf dem benzinbetriebenen Campingkocher.
Unglaublich was die uns hinzaubern. Das bekommt manch einer nicht in seiner Einbauküche hin.

Die Dunkelheit bricht recht schnell und unvermittelt ein.

Nach dem Essen waschen wir uns im Fluss.
Im hohen Gras muss man vor Schlangen aufpassen.
Es gibt hier einige Arten und viele haben tödliches Gift.

Nach einer dunklen, ruhigen Nacht unter einem klaren Sternenhimmel brechen wir am nächsten Morgen früh auf.

Zuerst geht es durch einen relativ kleinen Fluss und dann wieder auf und ab über das hügelige Land.
Wir nähern uns immer mehr den Tafelbergen.
Die Landschaft in unmittelbarer Nähe zu den Bergen sieht aus wie eine unordentliche, wellige Tischdecke.

Nach einiger Zeit kommen wir an einen zweiten Fluss.
Hier ist die Überquerung schon ein wenig schwieriger.
Langsam aber stetig rutschen wir, mit den Socken an den Füßen, über die großen Steine und Felsen im Fluss.
An einigen Stellen müssen wir uns gegenseitig stützen um nicht den Halt zu verlieren.
Irgendwann ist auch diese Flussdurchquerung geschafft.

Jetzt waschen wir uns und unsere Kleider im fließenden Nass…..und an allen Körperteilen, die nicht unter Wasser sind, werden wir in sekundenschnelle von kleinen Mücken gestochen, die die Einheimischen „Puri-Puri“ nennen und die in der Nähe von Gewässern heimisch sind.

Die Stiche/Bisse bleiben einige Tage sichtbar und jucken übelst.

Wir wandern weiter.
Es wird steiler und steiler.
Am Abend erreichen wir das Basislager am Fuß des Tafelberges.

Nachdem unser Zelt aufgebaut ist, fängt es an zu regnen.
Wir legen uns hin und warten bis es aufhört.
Dann gibt es was zu essen.

Gegen Nachmittag/Abend fängt es regelmäßig an zu regnen.

Die feuchte Luft steigt durch die Sonnenerwärmung auf und bildet Wolken, die sich an den Bergen sammeln und dann in der umliegenden Gegend abregnen.

Am nächsten Morgen geht es über „Die Rampe“ auf den Roraima.

Zuerst müssen wir einen steilen Anstieg durch den Dschungel hinter uns bringen.
Der Weg führt durch trockene Wasserläufe und über Felsen.
Super anstrengend!
Man schwitzt und der Weg scheint kein Ende zu nehmen.
Irgendwann stehen wir an der Steilwand des Berges, die hunderte Meter senkrecht nach oben reicht.
Wir müssen durch Wasserfälle laufen und über Felsbrocken klettern.
Irgendwann sind wir – ganz plötzlich – oben angelangt.

Flora und Fauna sehen aus wie aus einer anderen Welt.
Hier oben haben sich Tiere und Pflanzen entwickelt, die nur auf diesen wenigen Quadratkilometern endemisch sind.

Wir haben einen weiten Blick über das Land.

Unser Zelt wird im „Hotel“ (ein großes, zerklüftetes Felsmassiv) unter einem Felsvorsprung aufgebaut.
Unter einem weiteren „Felsendach“ steht die Küche und die Zelte unserer Begleiter und abseits ebenfalls unter Fels unser „Toilettenzelt“.

Die Fäkalien werden in Plastiktüten mitgetragen und am Ende fachgerecht entsorgt, damit das fragile Ökosystem geschützt wird.

Am Anfang ist es recht merkwürdig sein „Geschäft“ in eine Platiktüte zu verrichten.
Zur Geruchsverminderung befindet sich Löschkalk in den Tüten.

Gleich am ersten Nachmittag auf dem Tafelberg unternehmen wir Ausflüge mit unserem Guide.

Die Aussicht ist atemberaubend.

Von hier oben sehen wir den Dschungel in Guyana. „Grüne Hölle“ soweit das Auge reicht.
Hier bilden sich auch die täglichen Haufenwolken, die sich dann abregnen.

Auf dem Roraima befindet sich auch ein „Dreiländereck“. Ein kleiner Teil gehört zu Guyana und ein noch kleinerer zu Brasilien. 95% allerdings befinden sich auf Venezuelas Seite. Von hier aus ist auch die einzige Möglichkeit das Massiv zu besteigen.

Nach ein paar Stunden Schlaf stehen wir lange vor Sonnenaufgang auf, um selbigen über dem Dschungel zu sehen.

Die Aussicht an den Steilwänden ist unglaublich schön.
Wir können uns gar nicht richtig sattsehen.

Nachdem wir genug Wasserfälle bestaunt haben, die sich entlang den Steilwänden in den darunter liegenden, unberührten Dschungel stürzen, machen wir uns auf, um weiter Naturwunder zu sehen.

Wir wandern zum sogenannten Canyon, wo wir in Abgründe schauen, die so tief sind, dass wir kein Boden sehen.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an natürlichen Pools und Wasserläufen vorbei, wo wir uns nochmals reinigen.

Auf dem sogenannten „Beach“ – eine sandige, flache Ebene – liegt alles voller Kristalle, die im Sonnenlicht reflektieren.

Auf den dicken Mooskissen krabbeln winzige, schwarze Frösche, die nicht springen können.

Wir wandern, klettern, springen stundenlang auf dem Tafelberg herum.

Es gibt so viel zu sehen und würde noch mehr geben wenn wir noch mehr Zeit hätten.

Ohne Guide ist man verloren und absolut hilflos.
Vor allem wenn Nebel oder starke Bewölkung verliert man schnell die Orientierung.

Außer uns sind zahlreiche Gruppen unterwegs.
Viele wollen eine Woche oder sogar 10 Tage auf dem Tepui bleiben.

Auch in schwierigen Zeiten ziehen hunderte(?) Venezolaner auf den Inselberg, ausgestattet mit Nationalflagge, um für ein patriotisches Selfie zu posieren.

Was bleibt noch übrig wenn der Rest der Welt sich gegen einen verschworen hat und die Regierung stürzen und das System ändern will.

Man kann zu Maduro stehen wie man will.
Man kann den Sozialismus gut oder schlecht finden.
Man kann von Hugo Chavez denken was man will.
Eines lässt sich allerdings konstatieren:

Die Lebenssituation der Mehrheit der Venezolaner hat sich durch Hugo Chavez zum Besseren gewendet.

Die basisdemokratische Teilhabe ist ebenfalls direkter und besser als in vielen Ländern des Westens.
Die jetzige Problematik hat auch viel mit den völkerrechtswidrigen Boykotten zu tun.

Alle Venezolaner freuen sich Ausländer zu sehen und fragen wo wir herkommen und ob es uns gefällt.
Jeder versucht von sich aus englisch zu sprechen – was für Südamerika sehr untypisch ist.

Nach einem weiteren Tag beginnt früh morgens der Abstieg.

Ich hasse Abstiege.

Meist bin ich schneller auf dem Berg als runter.

Der Abstieg geht abartig auf die Oberschenkel. Noch Tage danach zittern und schmerzen die Beine.

Wir laufen durch bis zu unserem ersten Übernachtungsstop.
Nach der zweiten Flussdurchquerung bleiben wir am Fluss und baden ausgiebig und waschen unsere Klamotten.
Diesmal bleiben wir unter Wasser, um den Puri-Puris zu entgehen, die unser Blut wollen.

Der letzte Tag ist relativ einfach.

Aus der Ferne sehen wir nochmals den Roraima und sein Bruder den Kukenan-Tepui.

Nachdem wir uns von unseren Trägern verabschiedet haben, gehts zurück nach Santa Elena.
Wir bleiben noch eine Nacht in Venezuela.
Am nächsten Tag gehts an die „Linea“ und zurück über die Grenze.

Die Ausreise ist relativ schnell.

Die Einreise nach Brasilien gestaltet sich problematisch.
Wir müssten stundenlang warten, wenn wir uns an die Nummern halten.
Da wir keine Flüchtlinge sind, beschließen wir uns dumm zu stellen und uns einfach vorzudrängeln.

Jeder Depp in Uniform und mit ein bisschen Macht ausgestattet, fühlt sich unglaublich wichtig.
Das haben wir bisher überall auf der Welt, in allen Kulturkreisen feststellen können.

Zwei Möglichkeiten:

Verhalte dich devot und gib dem Arschloch das Gefühl er wäre der wichtigste Mensch auf der Welt. (sehr oft ist der Weg des geringsten Widerstands am Effektivsten; „Der Klügere gibt nach“)

Oder: schüchter das Würstchen so ein, dass es kuscht und lass den großen, reichen, wichtigen, „weißen“ Mann raushängen (eine widerliche Rolle, die man aber manchmal spielen muss sonst würde man noch Tage lang warten und müsste noch mehr Bakschisch zahlen).

Wir ignorieren den privaten Sicherheitsmann und drängeln uns einfach vor. Dem Depp schwillt der Kamm.

Da wir aber kein portugiesisch verstehen (wollen!) und konsequent englisch sprechen, nimmt uns der Immigration Officer direkt dran, da er die problematischen Subjekte los haben will.

Ich muss ihn dann nochmals drauf hinweisen wieviele Tage Visum uns zustehen.

Da ihm das Rechnen schwer fällt, bekommen wir beide nochmals 90 Tage Visum für Brasilien, obwohl wir schon einige Tage im Land waren (man bekommt 90 Tage Aufenthaltserlaubnis innerhalb von 6 Monaten; es zählt nur die Zeit solange man im Land ist).

Endlich sind wir dann fertig.

Zu guter letzt – absurder Weise – verträgt sich dann auch noch der Security-Typ mit uns.

Ende gut – alles gut.

Wir sind wieder in Brasilien.

Hier ist alles ruhig und beschaulich.

Mittlerweile sind auch die Panzer verschwunden.

In den Nachrichten wird die Lage in Venezuela immer noch genau verfolgt.

Dies- und jenseits der Grenze profitieren viele Menschen von der schwierigen Situation.

Nach einem Tag Rast in Boa Vista fliegen wir via Manaus und Sao Paulo nach Rio de Janeiro.